Nach einer Geburt verändert sich das Leben von Frauen um 180 Grad. Alles ist neu, alles ist aufregend, vieles wunderschön, einiges anstrengend. Vor allem sind sie rund um die Uhr gefordert. Da können schon mal Dinge auf der Strecke bleiben, die einem zuvor wichtig waren oder die man ohne Kind mit links erledigt hat. Vergessen Mütter aber etwa, wo sie vor fünf Minuten ihre Schlüssel deponiert haben, was ihnen der Partner am Morgen erzählt hat oder gar, wie ihre Arbeitskollegin heisst, machen sich viele Sorgen.
Dazu gibt es jedoch keinen Anlass. Diese geschilderte Vergesslichkeit ist nach einer Geburt weit verbreitet und hat einen Namen: Stilldemenz. Sie zeigt sich mit Konzentrations- und Gedächtnisschwäche, wobei hauptsächlich das Kurzzeitgedächtnis betroffen ist.
Nicht nur Mütter betroffen
Allerdings ist die Bezeichnung «Stilldemenz» etwas verwirrend. Davon betroffen sind nämlich nicht nur Mütter, die ihre Babys stillen, sondern auch solche, die ihrem Kind das Fläschchen geben. Ausserdem leiden nicht nur Mütter an Stilldemenz. Auch das Gedächtnis von Vätern kann nach einer Geburt plötzlich völlig anders funktionieren als zuvor.
Nun die gute Nachricht: Gemäss familie.de verschwindet die Stilldemenz in der Regel nach zwei Jahren wieder. Ausserdem handelt es sich dabei auch nicht um eine Krankheit. Der – wie bereits erwähnt – ziemlich verwirrende Begriff stammt dann auch nicht aus der Medizin, sondern umschreibt bloss das Phänomen. Im Englischen wird häufig vom «Mommy Brain» oder «Baby Brain» gesprochen.
Zu einer Stilldemenz kommt es vermutlich vor allem wegen des Schlafmangels, dem junge Eltern ausgesetzt sind. Der Stress mit dem Baby kommt verstärkend hinzu. Ausserdem verschiebt sich der Fokus junger Eltern oft komplett auf das Baby, sodass das Hirn schlicht weniger Kapazität für anderes hat. Bei Müttern hat auch die Hormonumstellung einen Einfluss: Nach der Geburt steigen die Werte des Kuschelhormons Oxytocin, das für eine enge Bindung zwischen Mutter und Kind sorgt. Andere Dinge geraten dadurch aber in den Hintergrund.
Das hilft bei Stilldemenz
Nun ist diese Stilldemenz zwar völlig normal und absolut nicht gefährlich, aber sie kann durchaus nervig sein. Deshalb hier einige Tipps, die gegen die Vergesslichkeit helfen können:
Schlafen: Das ist mit einem Baby natürlich einfacher gesagt, als getan. Trotzdem lohnt es sich, während der Schlafenszeit des Babys – also auch tagsüber – zu versuchen, selbst etwas Schlaf zu bekommen und etwa das Erledigen des Haushaltes einfach mal bleiben zu lassen.
Ernährung: Eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung kann die Gedächtnisleistung steigern. Hilfreich sind vor allem die Vitamine C, E, B12 und Zink. Auch die Flüssigkeitszufuhr ist wichtig. Empfohlen sind rund zwei Liter Wasser pro Tag.
Gedächtnisstützen: Schreibt auf, woran ihr unbedingt denken wollt. Das kann in Form von Einkaufslisten auf dem Smartphone oder To-do-Listen auf Post-it-Zetteln geschehen. Termine sollten so rasch als möglich im Kalender eingetragen und wichtige Dinge wie Schlüssel immer an der selben Stelle aufbewahrt werden.