Ein Onsen ist eine natürliche, heisse Quelle, die durch vulkanische Aktivität erhitzt wird. Die Bäder mit diesem Wasser sind ein wichtiger Bestandteil der japanischen Kultur und dienen nicht nur der Körperpflege, sondern auch der Entspannung und Erholung. Ein japanisches Sprichwort besagt, dass ein Onsen alles ausser Liebeskummer heilen kann. Ob das tatsächlich stimmt, sei dahingestellt. Doch die erwiesenen positiven Aspekte sprechen für sich.
Das mineralstoffreiche Wasser fördert die Durchblutung, lindert Muskel- und Gelenkschmerzen und soll bei Rheuma, Gastritis, Depression und Diabetes helfen. Mineralien wie Eisen, Schwefel und Kalzium wirken dabei heilsam bei arthritischen Erkrankungen und Hautproblemen.
In Japan gibt es über 28’000 heisse Quellen, von denen etwa 3000 offiziell als Onsen-Resorts lizenziert sind. Diese müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen, wie einen festgelegten Mineraliengehalt und eine Mindesttemperatur von 25 °C. Die durchschnittliche Temperatur eines Onsen liegt jedoch oft bei 41–42 °C, was von vielen als besonders entspannend empfunden wird. Ein Onsen sollte man nur ca. 15 Minuten lang besuchen, wegen der heissen Wassertemperatur hält man es ohnehin nicht länger aus. Erfahrene Badegäste können das Baden auf 45 Minuten erhöhen.
Onsen gibt es in verschiedensten Formen: Manche sind luxuriöse Freiluftbäder mit atemberaubendem Blick auf Berge oder das Meer, andere befinden sich in traditionellen Ryokan (japanischen Gasthäusern), wo Gäste die Kombination aus heissem Bad und mehrgängigem Kaiseki-Menü geniessen können. Es gibt auch Onsen mit speziellen Becken, in denen das Wasser mit verschiedenen Kräutern oder Früchten angereichert wird, wie zum Beispiel Yuzu-Bäder im Winter.
Ein weiteres wichtiges Element der Onsen-Kultur ist das korrekte Verhalten beim Baden. Vor dem Betreten des eigentlichen Badebereichs müssen sich Besucherinnen und Besucher gründlich reinigen, meist an kleinen Waschplätzen mit Hockduschen. Es ist üblich, nackt zu baden, da Badebekleidung als unhygienisch gilt. In vielen traditionellen Onsen sind Tattoos übrigens nicht gern gesehen oder sogar ausdrücklich verboten. Der Grund liegt in der historischen Verbindung von Tätowierungen mit der Yakuza, der japanischen Mafia. Da Mitglieder dieser kriminellen Organisation oft grossflächige Tätowierungen tragen, wurden diese in der Öffentlichkeit lange als Zeichen von Gesetzlosigkeit betrachtet. Allerdings gibt es inzwischen immer mehr Onsen, die offener mit dem Thema umgehen. Manche erlauben kleine Tattoos, wenn sie mit Pflastern oder speziellen Hüllen abgedeckt werden, während andere speziell für internationale Gäste Ausnahmen machen.
Neben Onsen gibt es in Japan auch sogenannte Sentō. Das sind öffentliche Badehäuser, die nicht von heissen Quellen gespeist werden – sondern mit normalem Leitungswasser. Oft wird das Wasser dort mit Mineralien oder Badesalz versetzt. Während Onsen für ihre natürlichen Heilquellen bekannt sind, dienen Sentō in erster Linie der Körperpflege und der Gemeinschaft. Diese Badehäuser haben eine lange Tradition und wurden früher vor allem von Stadtbewohnern genutzt, die kein eigenes Badezimmer hatten.
Ob die Philosophie des «Ikigai», die entspannende Kraft der Onsen oder die ausgewogene Ernährung – im Body & Health Lab tauchen wir dieses Jahr tief in die Geheimnisse der japanischen Lebensweise ein. Auch Toyota ist tief in dieser Kultur verwurzelt. Das Streben nach kontinuierlicher Verbesserung, nachhaltigen Innovationen und der ganzheitliche Blick auf Mobilität und Wohlbefinden sind Prinzipien, die Toyota antreiben. Als japanisches Unternehmen strebt Toyota danach, durch Innovationen nicht nur Mobilität neu zu denken, sondern auch das Leben der Menschen zu verbessern – effizienter, nachhaltiger und gesünder.
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Doch man muss nicht nach Japan reisen, um die wohltuende Wirkung eines Onsen zu erleben. Mit folgenden Tipps lässt sich das entspannende Badeerlebnis in das eigene Badezimmer holen.
Gründliche Reinigung: In der japanischen Badekultur ist es üblich, sich vor dem Baden gründlich zu waschen. Dusche dich daher vorher ab, um Schmutz und Öle zu entfernen.
Wassertemperatur: Das Wasser in der Badewanne muss zwischen 38 und 42 °C betragen. Diese Temperatur fördert die Durchblutung und Entspannung.
Mineralien hinzufügen: Verwende spezielle Badezusätze, die reich an Mineralien wie Schwefel oder Magnesium sind, um die heilende Wirkung zu simulieren. Solche Zusätze sind in Apotheken oder Online-Shops erhältlich.
Atmosphäre schaffen: Integriere Holzelemente in dein Badezimmer, um die traditionelle Onsen-Umgebung nachzuempfinden. Dies kann durch Holzaccessoires oder -matten erfolgen.
Ätherische Öle: Füge dem Badewasser ein paar Tropfen ätherischer Öle wie Yuzu (japanische Zitrusfrucht) oder Hinoki (japanische Zypresse) hinzu, um den charakteristischen Duft eines Onsen zu erzeugen.
Zeit nehmen: Plane ausreichend Zeit ein, um die Vorbereitung, das Bad und die Entspannung danach in vollen Zügen zu geniessen. Die ideale Badedauer beträgt 15 bis 20 Minuten.
Teezeremonie danach: Die Erholung nach dem Baden ist fast genauso wichtig wie das Bad selbst. Eine Tasse grüner Tee hilft, um langsam herunterzukommen, den Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen, Flüssigkeit zurückzugewinnen und die Entspannung zu vertiefen.