Charlene de Carvalho-Heinecken, Brauereien, 13–14 Milliarden. Zum Wohl! Charlene de Carvalho-Heineken erbte eine der grössten Brauereien der Welt. Ihr Urgrossvater hatte Heineken einst gegründet. Die 64-jährige Niederländerin lebt zurückgezogen in Graubünden und mischt sich kaum unter die Bevölkerung. 1983 wurde ihr Vater entführt und drei Wochen lang gefangen gehalten. Die Wahlbündnerin ist Mitglied im exklusiven Skiclub Corviglia und bewohnt ein sternförmiges Anwesen in St. Moritz. Mit Ehemann Michel hat sie fünf Kinder, der älteste Sohn Alexander ist schon ins Geschäft eingestiegen.
Magdalena Martullo-Blocher, 10-11 Milliarden, Chemie. Drei Kinder, eine Firma mit fast zwei Milliarden Umsatz und das Mandat als SVP-Nationalrätin: Für Magdalena Martullo-Blocher, 49, geht das auch, weil ihr Mann Roberto für die Kinder Zmittag kocht. Die Chefin der Ems-Chemie und Tochter von Christoph Blocher sagt es zwar nicht – aber es ist gut möglich, dass einst auch noch das Amt als Bundesrätin zu ihren Aufgaben gehören wird.
Kurt ReichenbachBettina Würth, Montage-Material, 2–2,5 Milliarden. Schaffe, schaffe: Das Motto der deutschen Familie gilt auch für die eingebürgerte Appenzellerin Bettina Würth. Obwohl es nicht einfach war, «mit einem Übervater aufzuwachsen», machte sie eine Lehre in seinem Betrieb. Vater Reinhold gab ihr trotz schlechten Schulnoten eine Chance. Nun ist die 57-Jährige Herrin über Werkzeug, Schrauben – und 76 000 Mitarbeiter weltweit.
Wolfgang UhligMargarita Louis-Dreyfus, 2,5-3 Milliarden, Handel. Nach dem Tod ihres Mannes übernahm sie – nicht unumstritten – das Ruder: Nun steht Margarita Louis-Dreyfus, 56, an der Spitze des gleichnamigen Rohstoffimperiums. Die gebürtige Russin, von den Medien auch «Zarin vom Zürichsee» genannt, verlor als Kind ihre Eltern bei einem Zugunglück. Sie hat drei Söhne aus erster Ehe und zwei Zwillingsmädchen mit Philipp Hildebrand, dem Ex-Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank.
KeystoneCaroline Scheufele, Uhren und Schmuck, 1,5-2 Milliarden. Sie machte aus der Uhrenmarke ihres Vaters auch einen gefragten Schmuckhersteller. Die 56-jährige Caroline Scheufele ist Gemmologin, also Fachfrau für Edelsteine, und entwarf einst den ersten Schmuck für Chopard: einen goldenen Clown. Heute leitet sie die Firma in Genf gemeinsam mit ihrem Bruder Karl-Friedrich und stattet Stars wie Kate Winslet oder Jennifer Lawrence für den roten Teppich aus. Wenn sie designt, versucht sie alles andere auszublenden. Denn: «Ein Edelstein und Probleme passen nicht zusammen.»
WireImageEsther Grether, Kunst, Kosmetik, Beteiligungen. 1,5–2 Milliarden. Mit schönen Dingen kennt sich Esther Grether aus. Der Anteil ihrer Familie an Swatch ist fast eine Milliarde wert. Und Grether besitzt mehrere hundert Gemälde, darunter solche von Pablo Picasso und Paul Cézanne. Beim Sammeln entscheidet sie «immer mit dem Bauch». Vielleicht gilt das auch für ihre neuste Idee: Ihr Familienunternehmen vertreibt nun nicht mehr nur Grethers Cassis-Pastillen gegen Heiserkeit, sondern auch die Hanfpastillen Cannaqix, die eine beruhigende Wirkung haben sollen.
KeystoneMarina Ruiz-Picasso,1,5–2 Milliarden, Kunst. Marina Ruiz-Picasso klammert sich nicht an ihr Erbe, im Gegenteil – sie versteigert es. Die Enkelin von Pablo Picasso verkauft immer wieder Gemälde an den Meistbietenden. Derzeit sind die Werke des spanischen Malers vor allem in China und Taiwan sehr gefragt. Das Geld aus diesen Verkäufen fliesst dann in ihre Fondation mit Sitz in Genf, die Wohlfahrtsprojekte unterstützt.
Getty ImagesCaroline Müller-Möhl, 700–800 Millionen, Beteiligungen. Im Internat wurde Carolina Müller-Möhl, 50, eines mitgegeben: «Plus est en vous» – in euch steckt mehr! Heute ist aus der Politologin eine erfolgreiche Vermögensverwalterin geworden. Auslöser war der Tod ihres Mannes Ernst vor 18 Jahren bei einem Flugzeugabsturz. Sein Erbe investiert die Zürcherin vor allem in Immobilienprojekte. In der ersten Sitzung wurde sie für die Sekretärin gehalten, nun sitzt sie bei Orascom und der NZZ im Verwaltungsrat.
Thomas BuchwalderFranziska Tschudi, Mischkonzern, 250–300 Millionen. Als «Gluggere im Betrieb» sieht sie sich selbst. Franziska Tschudi, 59, wacht über 3000 Mitarbeiter in den Bereichen Energiewirtschaft und Medizintechnik. Sie führt in Rapperswil SG die Weidmann-Holding in vierter Generation. Dabei gibt es im Leben der Anwältin eine Zäsur: 2008 erleidet sie einen Hirnschlag. Sie muss wieder lernen, zu sprechen und zu schreiben. Heute rennt sie Marathon. «Das ist für mich ein Zeichen, dass ich wieder fit bin», sagt sie, «und Ausdauer ist mir wichtiger als Schnelligkeit.»
Boris GassmannTina Turner, Musik, 200–250 Millionen. Ihr wildes Leben wurde verfilmt, zum Musical gemacht und von ihr selbst im Buch «My Love Story» erzählt. Nun führt Anna Mae Bullock, wie Tina Turner eigentlich heisst, in Küsnacht am Zürichsee ein ruhiges Leben. Nach 180 Millionen verkauften Platten schaut die 79-jährige Sängerin aus Tennessee auch einfach mal «intensiv auf das Wasser». Seit 2013 ist sie eingebürgert und mit ihrem Manager Erwin Bach verheiratet. Im Juli wurde Turners Glück aber getrübt – ihr Sohn Craig nahm sich das Leben. Nach seiner Bestattung sagte sie: «Er wird immer mein Baby bleiben.»Lesen Sie hier mehr über die 300 Reichsten aus der Schweiz.
Rex/Dukas