Während Pasta und Haferflocken langsam zurück in die Regale kehren, herrscht nun anderswo gähnende Leere: Im Supermarkt wird die Seife knapp. Das Regal mit den flüssigen Saubermachern ist fast leer und auch bei den festen Stücken sinkt der Bestand. Ein Wunder ist das nicht. Handseife gehört zu den sichersten Mitteln, den Coronaviren den Garaus zu machen.
So kämpft Seife gegen den Coronavirus an
Grund für die Wirksamkeit sind die fettlösenden Eigenschaften von Seife. Der grassierende Virus ist von einer fettigen Hülle umgeben. Beim Händewaschen platzt diese auf und die Krankheitserreger werden unschädlich gemacht. Eine einfache Rechnung, die einen Verdacht nahelegt: Müsste Duschgel, dass ja unseren Körper säubert, nicht genauso gut funktionieren? Und was ist eigentlich mit Spülmittel? Das ist schliesslich extra dafür gemacht, sogar Töpfe und Pfannen von hartnäckigem Fett zu befreien.
Finger weg von Duschgel
Der aufmerksame Leser wird vermutlich schon gespürt haben: Die Sache hat einen Haken. Und der liegt im pH-Wert. Üblicherweise ist Seife nämlich alles andere als pH-hautneutral. Mit Werten zwischen 8 bis 11 ist sie viel basischer als gesunde Haut mit einem pH-Wert von 4 bis 6,5. Das ist natürlich kein Zufall. Je basischer ein Mittel ist (also je höher der pH-Wert), desto besser löst es Fett von der Haut. Deshalb werden unsere Hände vom vielen Waschen aktuell auch so trocken. Auf dem ganzen Körper wäre das nur ein semi-gutes Gefühl und vermutlich nicht besonders verkaufsfördernd. Duschgel ist daher viel sanfter und kommt mit einem pH-Wert von 4,1 bis 5,8 aus. So werden wir sauberer als vorher, behalten aber dennoch etwas von dem schützenden Fettfilm auf unserer Haut. Oder, übersetzt auf unsere Hände: Sie werden zwar sauberer als vorher, behalten aber (neben dem hauteigenen Fett) möglicherweise auch gefährliche Coronaviren auf der Haut.
Und warum kein Spülmittel?
Beim Spülmittel sieht es anders aus: Es ist kraftvoll genug, eingetrocknete Reste und Fette zuverlässig von Pfannen und Geschirr zu lösen. Sollte mit den fettliebenden Coronaviren also super funktionieren, oder? Prinzipiell ja. Die fettlösenden Tenside sind in Spülmittel noch viel höher konzentriert als in Seife und machen ihren Job gut. Das gilt aber natürlich nicht nur im Kampf gegen die Viren, sondern auch für unser natürliches Hautfett. Wer jetzt schon trockene Hände hat: Stellt euch den Effekt mindestens verdoppelt vor. Neben den unangenehmen Rissen geht so auf Dauer ausserdem der natürliche Schutz der Haut vor äusserlichen Einflüssen flöten. Das Gegenteil von #goals.
Das Ende vom Lied: Seife ist der zuverlässigste Schutz gegen das Coronavirus und zwar ohne, dass wir uns selbst damit zu sehr schaden. Werden die Bestände im Supermarkt tatsächlich zu knapp, lohnt sich eine Bestellung im Internet mehr als mit schlechten Alternativen ein hohes Risiko einzugehen.