Am 3. April startet «Ein Minecraft Film» in den deutschen Kinos. Der Abenteuerfilm mit Jack Black (55) und Jason Momoa (45) reiht sich in die lange Liste der Videospielverfilmungen ein. Während der Film vor allem für seine bizarre Ästhetik noch vor dem Kinostart für viel Gesprächsstoff sorgte, ist das Videospiel seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr aus der Popkultur wegzudenken. Das steckt hinter dem Welterfolg von "Minecraft".
Vom Solo–Projekt zur Gelddruckmaschine
Ein Kinofilm, mehrere Videospiele und unzählige Merchandise–Artikel, darunter auch eigene Lego–Sets. «Minecraft» ist der Inbegriff des digitalen Sandkastens. Spieler und Spielerinnen bauen in dem Game verschiedene Klötzchen in der Natur ab und bauen damit nach Herzenslust neue Sachen. Sie versuchen dabei, möglichst lange zu überleben oder lassen ihrer Kreativität freien Lauf. Es gibt kein Ziel, kein Ende und keine Limitierungen. Dieses Konzept kam bei den Gamern grossartig an. Mehrere Portierungen, Erweiterungen und eine gigantische Menge an Content auf Social Media und den Videoplattformen sorgten dafür, dass «Minecraft» das erfolgreichste Videospiel aller Zeiten wurde.
2011 erschien der digitale Klötzchenbauspass und wurde seitdem mehr als 300 Millionen Mal verkauft. Abgeschlagen auf Platz zwei der am meisten verkauften Videospiele befindet sich "Grand Theft Auto V« mit »nur" 210 Millionen Kopien.
Bevor es aber zu einem Welterfolg wurde, startete «Minecraft» 2009 als Ein–Mann–Projekt des Entwicklers Markus «Notch» Persson. Er nannte explizit den Titel «Infiniminer» als Inspiration für sein Game. Persson bediente sich ausgiebig bei dem Titel, denn beide Spiele haben dasselbe Konzept: grosse Blöcke abbauen und damit etwas Neues erschaffen. «Minecraft» erweiterte die Spielerfahrung um wilde Tiere und neue Gebiete wie Wälder und Wüsten.
Keine drei Jahre nach der Veröffentlichung machte «Minecraft» seinen Entwickler zum Milliardär. 2014 kaufte Microsoft für 2,5 Milliarden Dollar Mojang Studios und die Rechte an «Minecraft» auf.
Ein Spiel für Streamer und Fans
Content Creator haben massgeblich dazu beigetragen, dass «Minecraft» so beliebt und erfolgreich wurde. Internetstar Erik «Gronkh» Range (47) begann bereits 2012, als das Spiel in einer noch unfertigen Early–Access–Version veröffentlicht wurde, Videos auf YouTube hochzuladen, in denen er «Minecraft» spielte. Über 1.200 Videos widmete er dem Sandkastenspiel und stieg so zu einem von Deutschlands bekanntesten Streamern auf.
Auch internationale Content Creator nutzten das Spiel, um damit Clips oder ganze Musikvideos zu erstellen. Sie bauten im Spiel bekannte Filmsets nach oder programmierten eigene Modifikationen für den Titel, die sie kostenlos ins Netz stellten. Durch den fast 15 Jahre andauernden Support der Fans wurde «Minecraft» zum Dauerbrenner. Mojang Studios entwickelt bis heute noch neue Inhalte für das Spiel. Besonders beliebt sind die Erweiterungen mit anderen Marken, wie Pixar, Marvel und «Star Wars».
Misserfolge mit weiteren Spielen
Auch wenn «Minecraft» ein Dauerbrenner ist, ist der Name alleine keine Lizenz zum Gelddrucken. Noch vor dem Kinofilm streckte die Marke ihre Fühler in andere Genres aus, wovon keines den Erfolg des Hauptspiels replizieren konnte. «Minecraft: Story Mode» rückte den Fokus vom Klötzchenbauen zu einer Geschichte, die weder Kritiker noch Fans begeistern konnte. Das Strategiespiel «Minecraft Legends» und das Actionspiel «Minecraft Dungeons» erhielten nur mittelmässige Bewertungen und erzeugten keinen langfristigen Spielspass.
Der grösste Fehlschlag war «Minecraft Earth». Das Augmented–Reality–Spiel wurde 2019 in einer Early–Access–Version veröffentlicht und setzte auf ein ähnliches Konzept wie «Pokémon Go». Keine drei Jahre später und noch bevor die Vollversion erschien, wurde bekanntgegeben, dass im Juni 2021 die Server von «Minecraft Earth» abgeschaltet werden. Ob «Minecraft» mehr Erfolg auf der Kinoleinwand hat, zeigt sich, wenn «Ein Minecraft Film» am 3. April in den deutschen Kinos startet.