Einfach unglaublich, findet Marc Sway den Auftritt von Renato Araujo, 32. Obwohl der Brasilianer erst seit 2007 in der Schweiz ist, singt er das Lied «Nr. 1» von Adrian Stern akzentfrei in der «TVOS»-Sendung vom Mittwoch. Nur das Jurymitglied mit den ebenfalls brasilianischen Wurzeln kann Renatos Herkunft raushören. «Ich bin sprachlos, dass Renato aus Brasilien stammt und den Mut hat, einen Mundart-Song zu singen», sagt Marc Sway. «Ich finde das ein Statement, dass jemand in die Schweiz kommt und sagt, dass er stolz ist, Mundart singen zu dürfen.»
Für Renato geht mit seinem Auftritt bei «The Voice of Switzerland» ein Traum in Erfüllung. Damit das Lied von Adrian Stern perfekt sitzt, übt er ganze vier Monate lang. Auch wenn er nicht weiss, was er da genau singt. «Ich liebe dieses Lied, aber ich habe den Text nicht verstanden», gibt er in der Sendung zu. Das haut die Jury vom Hocker. «Wie? Er redet kein Deutsch kann aber so gut Deutsch singen?», fragt Stress ungläubig seinen Nachbarn Marc. «Respekt, ich habe das nicht gehört. Krass», sagt auch eine verblüffte Stefanie Heinzmann. Sowohl Marc als auch Philipp Fankhauser buhlen um die Gunst des Hobbysängers.
Dass sich der Standbauer am Ende für Marc Sway entscheidet, ist sowohl eine Herzens- als auch eine Vernunftsangelegenheit. «Wenn ich nichts verstehe, kann er mir helfen», sagt er. Ihn verbindet mit Marc neben der Herkunft auch die Liebe zur Musik.
Renato ist aber nicht der einzige Brasilianer im Sway-Team: Iandara, die sich ebenfalls für Marc entschieden hat, ist Halbbrasilianerin. Tanja ist bislang die einzige Vollblut-Schweizerin: Sie stammt aus dem Kanton Wallis. Von drei haben nun also gleich zwei Kandidaten brasilianische Wurzeln.
«The Voice of Switzerland» läuft jeweils mitwochs und samstags, um 20.05 Uhr, auf SRF 1.