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Desensibilisierung verpasst?

Vier natürliche Mittel gegen Heuschnupfen

Jede fünfte Person in der Schweiz leidet an Heuschnupfen. Eine Apothekerin kennt vier natürliche Alternativen zur klassischen Desensibilisierung, die präventiv gegen Pollenallergien wirken.

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Juckt es schon in der Nase? Die Heuschnupfen-Zeit ist im Anmarsch.

Juckt es schon in der Nase? Die Heuschnupfen-Zeit ist im Anmarsch.

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Tränende, juckende Augen, eine laufende Nase und Niesattacken – in der Schweiz leiden rund 20 Prozent der Bevölkerung an Heuschnupfen. Die meisten Betroffenen reagieren ab April auf Gräserpollen, während manche schon jetzt Symptome haben. Erlen- und Haselpollen sind nämlich ab Januar aktiv.

Viele Betroffene lassen sich desensibilisieren, um die Beschwerden der Allergie zu lindern. Allerdings ist die Behandlung zeitintensiv und startet jeweils im Herbst, damit sie vor der Pollensaison abgeschlossen ist. Für diejenigen, die nach alternativen Möglichkeiten suchen, gibt es natürliche Heilmittel, die man präventiv gegen Heuschnupfen einnehmen kann. Bettina Ariza-Hügin (64), Apothekerin in der Bellevue Apotheke in Zürich und Expertin für Komplementärmedizin, erklärt, welche vier besonders gut dafür geeignet sind.

1. Vitamin C:

Ariza-Hügin sagt: «Vitamin C ist ein natürliches Antihistamin, das den Histaminspiegel senkt und dadurch allergische Reaktionen mindert.» Man kann es einerseits in die Ernährung integrieren, indem man über den Tag verteilt verschiedene Portionen Gemüse und Früchte isst. Für Personen, die Kapseln oder Pulver bevorzugen, empfiehlt die Expertin das «Vitamin C retard» von Burgerstein. «Anders als viele Nahrungsergänzungsmittel, bei denen das Vitamin C direkt über den Urin wieder ausgeschieden wird, geben diese Kapseln über zwölf Stunden kontinuierlich Vitamin C ab.» Die Dosis von einem Gramm Vitamin C pro Tag sei ideal zur Vorbeugung von Heuschnupfen. Verspürt man während der Pollensaison leichte Symptome, kann man die Dosis auf zwei Gramm pro Tag erhöhen.

<p>Tomaten sind eine gute Vitamin-C-Quelle.</p>

Tomaten sind eine gute Vitamin-C-Quelle.

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2. Schwarzkümmelöl:

Es hat eine goldgelbe Farbe und einen scharf-bitteren Geschmack. «Schwarzkümmelöl ist ein Allrounder in der Komplementärmedizin. Es besitzt antientzündliche Eigenschaften und vermindert die Histamin-Freisetzung», sagt Ariza-Hügin. Bei Pollenallergien kann es vorbeugend eingesetzt werden, da es immunmodulierend wirkt. Das bedeutet, dass es die Überreaktion des Immunsystems ausbalanciert und dem Körper hilft, Allergene wie Pollen wieder als harmlos zu betrachten. «Dieser Prozess braucht aber Zeit. Es lohnt sich, bereits einige Monate vor dem Pollenflug mit der Einnahme von Schwarzkümmelöl zu beginnen.» Es ist auch in Form von Kapseln erhältlich. Die Expertin empfiehlt, Produkte in Demeter-Qualität zu wählen.

3. Staphylococcus aureus comp.:

«Dieser Spray von Dr. Spengler ist mein Favorit zur Behandlung von Heuschnupfen, da er mikrobiologisch desensibilisierend wirkt», sagt die Expertin. Er ist als Nasenspray sowie als klassischer Spray, den man auf die Ellenbogeninnenseite sprüht, erhältlich. «Das Arzneimittel lehrt den Körper, zu erkennen, was ungefährlich und was Feind ist.» Das bedeutet, dass das Immunsystem bei konsequenter Anwendung realisiert, dass es bei Kontakt mit Blütenpollen nicht überempfindlich reagieren muss. Idealerweise sollte man zwei bis drei Wochen vor Beginn des Pollenflugs jeden zweiten Tag zwei Pumpstösse in jede Nasenöffnung sprühen. Während der Pollensaison kann die Dosis auf fünfmal zwei Pumpstösse pro Nasenloch erhöht werden. Der Spray eignet sich auch zur Behandlung von Allergien gegen Hausstaubmilben oder Tierhaare.

<p>Je nach Wetter fliegen Haselpollen schon sehr früh im Jahr.</p>

Je nach Wetter fliegen Haselpollen schon sehr früh im Jahr.

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4. Boiron Pollen comp.:

«Mit diesem Arzneimittel habe ich ebenfalls sehr gute Erfahrungen gemacht», sagt Ariza-Hügin. Es enthält eine Variation von verschiedenen, homöopathisch potenzierten Gräsern, die dem Körper als Beispiel dafür dienen, zu erkennen, was ungefährlich und was Feind ist. Es wirkt ebenfalls allgemein desensibilisierend. Mit der Einnahme von Boiron Pollen comp. sollte man mindestens einen Monat vor der Pollensaison beginnen. Vier Wochen lang nimmt man einmal pro Woche eine Globuli-Dosis ein. Danach reduziert man bis zum Ende der Pollensaison auf eine Globuli-Dosis pro Monat.

Gut zu wissen: Die Mittel sind kombinierbar und haben noch viele andere positive Wirkungen auf die Gesundheit.

Von Jana Giger am 12. März 2025 - 16:00 Uhr